Andere glauben fest daran, mit himmlischen Jungfrauen belohnt zu werden, wenn sie sich mit einem Auto voll Sprengstoff ins Jenseits befördern.
Und wieder andere glauben daran, dass diese Finanzkrise sich auf wundersame Weise in Luft auflöst und in einen Aufschwung übergeht.
Es ist schon rätselhaft was sich der menschliche Geist alles auszumalen versteht, zum Beispiel auch, dass eine zerbröselnde Währungsunion durch einen Rettungsschirm vor dem Kollaps bewahrt werden könnte. Summasumarum 780 Milliarden Euro sollen das Überleben maroder Staaten garantieren. Dabei genügt ein Blick auf die Anteile der Garantieleister an diesem Rettungsschirm, um feststellen, dass darin Bürgschaften in Höhe von 312 Milliarden enthalten sind, die von jenen Ländern gestellt werden, für die gebürgt werden soll.

Ein Witz? Nein, Die Europolitiker glauben tatsächlich daran, mit dieser Augenwischerei, die Finanzmärkte beruhigen zu können.
Die Zahl macht aber auch deutlich, dass Deutschland bei Ausfall der Garantien durch die Pleitestaaten die 312 Milliarden zu der eigenen Garantiesumme in Höhe von 211 Milliarden hinzurechnen müsste. Das wäre dann mehr als eine halbe Billion.
Zusätzlich - darauf macht gerade ein Kommentar aufmerksam - zusätzlich kommen noch 402 Milliarden aus dem Target II-Programm der Deutschen Bundesbank obendrauf. Also ist die Billion fast erreicht. Nach dem geplanten ESM-Vertrag wird dann der Gouverneursrat in Brüssel darüber befinden, ob Deutschland wenn notwendig auch noch den Anteil von Frankreich übernehmen „darf“.
Damit der Deutsche Bundestag auch wirklich der Beteiligung Deutschlands an diesem Gebilde zustimmt, will unsere Kanzlerin das Budgetrecht des Bundestages „marktkonform" gestalten. Was das heißt? Die Kanzlerin hat es in ihren Worten erklärt: „Wir leben ja in einer Demokratie, und das ist eine parlamentarische Demokratie, und deshalb ist das Budgetrecht ein Kernrecht des Parlaments, und insofern werden wir Wege finden, wie die parlamentarische Mitbestimmung so gestaltet wird, dass sie trotzdem auch marktkonform ist." Politiker müsste man sein, um solche Formulierungen erfinden zu können.
Formulierungen aus Verzweiflung, Verzweiflung darüber, im EURO-Club der verschuldeten Nationen quantitativ der größte Schuldner zu sein. Es lässt sich nur lösen durch Auflösung des Geldsystems. Leider endeten bislang alle Auflösungen von Geldsystemen in wirtschaftlicher Not, Kriegen und Revolutionen. Dieses Mal wird es nicht anders sein.
Wie sagte Friedrich Schiller nach dem Scheitern der französischen Revolution in den Ästhetischen Briefen: Woher soll die Lösung kommen, wenn die Regierungen korrupt und die Massen degeneriert und erschlafft sind?





