Die Hedge-Fonds - der Standard aus Wien nennt: Singers Firma Elliott, Saba Capital, Cape View oder TTN könnten jetzt mit Siegerlächeln am Tisch sitzen. Gegenüber EZB, EURO-Gruppe und IWF.
Das Spiel heißt „Schuldenschnitt für Griechenland“.
Die Troika hat die schlechteren Karten, blanke Nerven und – das entscheidende bei jedem Pokerspiel – die Zocker gegenüber kennen deren Karten ganz genau. Der nächste Zug wird das Schuldenabkommen sein.
Die Troika hat bereits mehr als 100 Milliarden hingeblättert und weitere 100 Milliarden verbürgt.
Die Hedge-Fonds haben für`n Appel und Ei griechische Ramschanleihen in großem Stil gekauft.
Gerade genug, dass ohne sie ein Schuldenabkommen mit Griechenland nicht möglich ist. Ihr Ziel: Der Schuldenschnitt muss so klein wie möglich ausfallen. Je höher der Restwert der griechischen Anleihen, desto größer ihr Gewinn.
Das Dumme: Die Troika (Verhandlungsfüher ist der Bankenvertreter Charles Dallara) muss sich mit den Hedge-Fonds einigen. Andernfalls droht Schlimmeres.
Bei erklärter Zahlungsunwilligkeit, würde ein Heer von Anwälten aus Europa und Übersee den griechischen Staat auf Zahlung verklagen.
Der einzige Ausweg ist der Troika versperrt:
Die Hedge-Fonds wissen genau, dass die Europäer sich die einzige Fluchttür selbst zugeschlagen haben. Nur bei einer völligen Staatspleite Griechenlands würden die Hedgefonds in die Röhre gucken. Sie können aber sicher sein, dass die Europäer das auf Biegen und Brechen vermeiden müssen. Denn dann würde der CDS-Fall ausgelöst; dann würden die Credit Default Swaps fällig mit unvorhersehbaren Auswirkungen auf die Zahlungsfähigkeit der anderen strauchelnden PII(G)S-Staaten.
Die Troika hat noch ein weiteres miserables Blatt:
Mit allen Tricks muss sie versuchen, die EZB vom Schuldenschnitt auszuklammern, denn die wäre (wegen ihrer vielen aufgekauften Ramschanleihen) nicht nur sofort pleite - ein Schuldenschnitt auf die Griechenland-Anleihen bei der EZB hätte zur Folge, dass die EZB auf diese Weise Griechenland direkt unterstützt, und das ist ihr vertraglich verboten. (Die Europäischen Verträge beinhalten
eine Nichtbeistandsklausel (No-Bailout-Klausel), die eine Schuldenübernahme untereinander ausdrücklich verbietet. Sie wurde gleich zu Beginn der Griechenland-Krise verletzt. Der frühere Bundesbankpräsident Axel Weber trat aus Empörung darüber zurück).
Eine Befreiung vom Schuldenschnitt für die Europäischen Zentralbank wäre also eine Vertragsverletzung und würde zudem das Gleichbehandlungsprinzip verletzen. Die Anwälte der Hedge-Fonds wären in diesem Fall sofort auf dem Plan. Die Troika steckt in der Zwickmühle.
Elliott & Co. dürften sich die Hände reiben, weil ihnen gegenüber eine Laienspieltruppe sitzt.
2010 wäre das Spiel ganz anders ausgegangen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Hedge-Fonds vermutlich noch nicht derart gut positioniert. Mit Griechenland-Pleite, Euro-Austritt, Bankenrettung wäre das Spiel (unter hohen Kosten zwar) für die Europäer noch zu gewinnen gewesen.
Heute sind für die Pokerspieler herrliche Zeiten angebrochen - nicht nur für die Hedge-Fonds: JPMorgan hat zum Jahresende sein Engagement in den Papieren der kritischen Staaten Irland, Portugal, Italien, Griechenland und Spanien von 1,5 Milliarden Dollar auf 15 Milliarden Dollar hochgefahren. Ander US-Großbanken spekulieren ähnlich, um im Fahrwasser der Hedge-Fonds ein dickes Geschäft mit den billig erworbenen Papieren zu machen.
Sind die Coins am Griechentisch erst eingestrichen, setzt man sich an den nächsten Tisch: Portugal, Italien, Spanien, Frankreich und am Ende auch die Bundesrepublik versprechen noch viel größere Gewinne.
Die Karten sind bereits gemischt.
Brandaktuell zum Thema CDS und Griechenland:
Eine Information, die unbedingt lesenswert ist.
Jim Sinclairs Radiointerview als dt. Übersetzung
Brisant!





