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einfach easy einfach leben Wenn Parteien Doktor spielen
Donnerstag, den 09. Februar 2012 um 15:30 Uhr

Wenn Parteien Doktor spielen TOP

Geschrieben von  Heiner
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(9 Bewertungen)
Euro-Intensivstation Euro-Intensivstation n.n.

Wenn Quacksalber den Euro retten wollen, kann das nur schief gehen. Parteien können weder den Euro retten, noch die Finanzkrise beheben - auch Regierungen nicht.

Von ihren Zielen her sind Parteien und Politiker dafür absolut ungeeignet. Wichtigste Aufgabe eines jeden Parteistrategen ist es Mitglieder, Wählerstimmen und Macht zu gewinnen. Keine Voraussetzung, um ein krankes Finanzsystem zu kurieren.
Stellen wir uns vor, ein schwerstkranker Patient liegt mit Apparaten verkabelt auf der Intensivstation und nebenan im Ärztezimmer debattieren Parteifunktionäre, Vorsitzende von Ausschüssen, Wahlkampfmanager, ja sogar Vertreter ausländischer Parteigremien über die Frage, welche Therapie dem Todkranken wieder auf die Beine helfen soll.
Kein Mediziner, kein Spezialist ist darunter. Noch schlimmer: Es sind Quacksalber von Lobbygruppen, die vor jeder Entscheidung abwägen, ob sie mit einer Maßnahme auch ja den Erwartungen ihrer Wählergruppen, ihrem Koalitionspartner entsprechen oder/und ein längerfristiges Strategieziel ihrer Partei verletzen könnten oder nicht.

Der einzige übergreifende Konsens heißt: Der Patient darf nicht sterben.
Die Rezepte dafür sind so verschieden wie die Ideologien der „Retter“.
Welcher kranke Organismus kann das aushalten???


Nach genau dieser Realität versucht man, den Patienten EURO zu reanimieren, einen Patienten, der an fünf lebensgefährlichen Krankheiten gleichzeitig leidet.

Krankheit 1: In großen Teilen des Euro-Raums sind die Banken insolvent. Über die EZB werden diese Banken künstlich am Leben gehalten, d.h. die EZB flutet das Gefäßsystem der Banken mit Geld. Die Banken ächzen trotzdem unter der Last, ihre angehäuften gigantischen Schulden abzubauen (die europ. Banken haben ihre Risiken im unvorstellbar gefährlichen Verhältnis 1:32 gehebelt).

Krankheit 2: Griechenland ist derart hoch verschuldet (160 % des BIP), dass ein Staatsbankrott nur mit allen möglichen Tricks zu kaschieren ist. Die Marktteilnehmer sind nicht blind, aber sie lassen sich gern ein wenig blenden, wenn der Zusammenbruch noch ein wenig hinauszuschieben geht. Sobald das Hinauszögern nicht mehr glaubhaft funktioniert, ist Feuer im Saal und alle rennen zur Tür – zur Tür aus dem Euro.

Krankheit 3: Griechenland ist nicht allein. Spanien, Italien, Portugal und vielleicht sogar Frankreich droht ein ähnliches Schicksal. Zu sehr vernetzt sind die Finanzmärkte, um einen Dominoeffekt ausschließen zu können. Die politisch Verantwortlichen wissen das auch, aber ihr Latein reicht nur für´s Verteilen von Beruhigungsmedizin.

Krankheit 4: Die vierte Krankheit stellt die anderen noch in den Schatten. Es ist die fehlende wirtschaftliche und Finanz-Kongruenz zwischen den EURO-Mitgliedern. Die „Retter“ versuchen einen Körper zu heilen, der kein homogenes, einheitliches Kreislaufsystem besitzt. Man spricht von „strukturellen Ungleichgewichten“, die nichts anderes bedeuten, als das Arme, Beine, Kopf, Herz und Leber nach unterschiedlichen Regeln funktionieren. Es ist kein einheitlicher, in sich stabiler Organismus, so dass jeder Eingriff an einer Stelle zum Versagen am anderen Organ führt. Im Augenblick hält man den Kranken - mit allem was Deutschland zu bieten hat - am Leben.

Krankheit 5: Das größte Problem Europas ist seine erdrückende Schuldenlast, die einfach nie wieder getilgt werden kann. Die Zentralbanken verschlimmern die Verfassung auf absurde Weise; sie fluten den „alkoholgesättigten Körper“ mit immer neuen Schnapsmengen. Wann tritt das Delirium ein???
Die Tragik der Parteien-Quacksalber ist, dass die Intensivstation kein in sich geschlossener Raum ist, sondern offene Wände hat, und dass sich in der Außenwelt ein noch viel größeres Drama abspielt, dessen Auswirkungen den EURO-Patienten ganz kurzfristig kollabieren lassen können.

Der Dollar als „Noch-Weltreserve-Währung“ ringt ebenfalls mit dem Tod.
Auch auf seiner Intensivstation streiten sich Parteien, Interessenvertreter und Weltmächte um die richtige Medizin.
Neben dem Dollar, im Nachbarbett, an der gleichen Herz-Lungenmaschine, liegt die US-amerikanische Wirtschaft.
Im Streit um die richtige Therapie haben sich Regierungspartei und Opposition aneinander festgebissen.
Auf der Rückseite des Globus liegt die japanische Wirtschaft seit 20 Jahren in Agonie.
Die chinesische Wirtschaft erlebt gerade eine drastische Abkühlung.

Nicht mehr lange und die Polit-Doktoren können nur noch totales Organversagen konstatieren. Natürlich werden sie behaupten, alles Menschenmögliche versucht zu haben. Alle Bluttransfusionen, Elektroschocks, Psychotherapie und was nicht alles noch, konnten den Exitus nicht verhindern. Die Tragik für die Bürger liegt darin, dass die Kurfuscher im Wissen um das Unausweichliche den Schuldenberg von Woche zu Woche vergrößern, und die Folgen für die Bürger noch fataler werden lassen.

Was könnte/müsste anderes geschehen?

Zumindest auf der EURO-Intensivstation sollten die Apparate und Schläuche abgeklemmt werden. Europa stirbt deshalb lange nicht. Wenn der EURO-Patient stirbt, lebt Europa nach einer Einbruchsphase ganz sicher besser als mit EURO.
Über ein neues Geldsystem sollten nicht mehr die Politiker bestimmen. Sie sollten dem neuen Geldsystem auf die Beine helfen, zweifellos. Laufen lernen müsste dieses Geldsystem schon selbst. Es wäre ein privates Geld, das von zwei konkurrierenden öffentlich-rechtlichen Ausgabe-Banken in Umlauf gebracht und staatlich überwacht aber niemals manipuliert werden dürfte.
Die Konkurrenz der beiden Ausgabe-Banken würde Irrwege verhindern, denn die Menschen entscheiden sich immer für das bessere, vertrauenswürdigere Geld (Greshamsches Gesetz).

Die Anfangsphase wäre schwierig, mit Entbehrungen und einem mühsamen Aufstieg verbunden – die Perspektive aber wäre ein solides, krisenärmeres Wirtschaftssystem.

Die Auswüchse des derzeitigen Systems gehen sämtlich auf den Missbrauch der Wirtschaftstheorien von Lord Keynes zurück. Keynes ermöglicht diesen Missbrauch.

Das bessere Modell der Österreichischen Schule und deren Vertreter wie von Mises, Sennholz, Rothbart und vor allen Dingen Friedrich von Hayek sollte ernsthaft diskutiert werden.

 

Und noch einmal ein Aufruf zu Bildung von Stammtischen:

Wer sich vor Ort ein Netzwerk Gleichgesinnter aufbauen möchte, kann in der Kommentarspalte dieser Seite einen Aufruf für einen Stammtisch starten mit Angabe seines Wohnortes. Am Anfang genügt ein Pseudonym, um die persönliche Sphäre zu wahren. Wer möchte, kann die mail-adresse zu diesem Zweck im Text einfügen. Wer das nicht möchte, kann mir gern erlauben, dass ich seine mail-adresse an andere Stammtisch-Interessierte seines Wohnortes weiterleite. Hoffentlich melden sich recht viel Aufgewachte.

Zuletzt geändert am: Freitag, den 10. Februar 2012 um 09:25 Uhr

2 Kommentare

  • Kommentar Link dparvus Samstag, den 18. Februar 2012 um 16:42 Uhr Gepostet von dparvus

    Was ich gerne diskutieren möchte:
    1. Ein beständiges, neues Geldsystem

    2. M. E. verursacht die grenzenlose Zockerei an den Börsen (Stichwort Derivate) einen Einbruch der Realwirtschaft. Arbeiten ist nicht mehr interessant, wird nicht mehr gefördert, in der Folge nicht mehr bezahlt.
    Diese Zockerei muß ein Ende haben.

    3. Eigenverantwortung muß wieder mehr in den Vordergrund treten, weg vom Sozialismus.

    Wer macht mit?
    Auch kontroverse Diskussion erwünscht.

  • Kommentar Link Freiwirt Donnerstag, den 09. Februar 2012 um 19:37 Uhr Gepostet von Freiwirt

    Hallo, ich habe schon einen Stammtisch fast drei Jahre lang. Er nennt sich INWO Stammtisch und findet jeden ersten Dienstag im Monat in der Auslandsgesellschaft, Steinstr, 48 in Dortmund statt. INWO steht für Initiative natürliche Wirtschaftsordnung >siehe INWO.de. Also das nächste mal am 6 März um 19:00Uhr. Es werden Realwirtschaftliche Themen aber auch Lösungsansätze die der Freiwirtschaft nahe stehen besprochen. Radikale Lösungsansätze sowohl von Links als auch von Rechts sind unerwünscht.

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